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Biketouren

Biketouren in der Schweiz, Beschreibungen, Bilder, Karten und GPS-Tracks.

Montag, 24. Mai 2010

Pfingsten 2010: Von Liestal Altmarkt über Ramlinsburg und Zunzger Hard nach Diegten

Eine lange Periode mit unfreundlichem und für die Jahreszeit ungewöhnlich kaltem Wetter liegt hinter uns. Für das Pfingstwochenende quakten die Wetterfrösche von Sonne, blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen. Die Prognose war diesmal ein Volltreffer. Termingerecht zum ersten arbeitsfreien Tag öffnete sich der Himmel und die Sonne trieb die Quecksilbersäule hoch.



Nachdem ich am Samstag meine Pflichten im Garten erfüllt hatte, plante ich für den Sonntag einen Ausflug mit dem Mountainbike. Meine Tour führte mich von Liestal Altmarkt hoch zum Naturschutzgebiet Huppergruben, über Landschachen nach Ramlinsburg und über die Zunzger Hard und Diegten zurück nach Känerkinden.



Gestein, so rot wie die Erde in Afrika, kann man in den Huppergruben in Lausen sehen. Das Naturschutzgebiet ist nicht nur aus geologischer Sicht sehr interessant, sondern auch aus der ökologischen. Im geschützten Lebensraum kann man viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten finden. 2008 wurde auf dem Waldweg ein Lehrpfad eingerichtet. Ausserdem haben die Huppergruben eine wesentliche Bedeutung in der industriellen Entwicklung der Region.

Was aber ist Hupper? Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich den Begriff schon gehört hatte, ihn aber nicht mehr zuordnen konnte. Er stammt aus der Geologie und bezeichnet eine Gesteinsform aus Quarzsand und Ton. Die rote, oder orange Farbe entsteht durch den Gehalt von Eisenoxyd. In Lausen wurde der Hupper für die Verarbeitung zu feuerfesten Produkten abgebaut. Das Tonwek Lausen beschäftigte zeitweise bis zu 200 Mitarbeiter.



Ich verliess das Naturschutzgebiet in Richtung Ramlinsburg. Dort angekommen fiel mein Blick auf einen Heckenrosenbusch mit prächtigen gelben Blüten (siehe Bild weiter oben). Erst danach erfassten meine Augen hinter dem Rosenbusch dasungewöhnliche Holzgebäude mit den blau schimmernden Fenstern. Es weckte meine Neugierde und ich richtete meinen Fotoapparat auf das Gebäude.

Bei der ersten Aufnahme dachte ich zuerst, dass ich irgendwie meine Kamera nicht in die richtige Position bekomme und sich dadurch Linienverzerrungen ergeben. Doch dem war nicht so. Als ich den Apparat absetzte, sah  ich mit freiem Auge, dass hier tatsächlich nicht alles im rechten Winkel zueinander steht. Ich stand vor der Kirche von Ramlinsburg.



Ich ging ein paar Schritte weiter und suchte eine günstige Position für eine weitere Aufnahme mit mehr Überblick. Die Kirche steht wie die Arche Noah mitten in einer grünen Insel. Das Holz der Aussenwände und das Grün der Pflanzen im Kirchhof wirken harmonisch und zeichnen ein Idyll.




Ich suchte den Eingang, fand dort einen Schriftzug der zum Eintreten einlädt und eine Türe, die nicht verriegelt war. Ich fasste den Türgriff - ein in Holz geschnitzter Fisch - drückte ihn vorsichtig nach unten und öffnete die Türe.



Wie vom Ende eines Tunnels kam mir von der anderen Seite helles Licht entgegen. Ein grosses Fenster gibt im vorderen Teil der Kirche den Blick nach aussen frei. Man erhält den Eindruck, dass der Platz mit dem grossen Holzkreuz zum Inneren der Kirche gehört. Für mich war es ein faszinierender Anblick.



Ich ging nach vorne und betrachtete das Kircheninnere von der anderen Seite. Der Lichteinfall durch das blau gefärbte Glas sorgt für eine besondere Atmosphäre. Die gesamte architektonische Gestaltung erinnert mich an ein Schiff oder eben eine Arche.



Die schrägen Wände, das Holz und der nach vorne abgerundete Grundriss, dersich wie bei einem Schiffsbug zusammenzieht, das alles ergibt bei mir die Assoziation mit einem Schiff. Ich bin sehr beeindruckt und kann mich kaum satt sehen an der schlichten Schönheit und suche nach weiteren Details für ein paar Aufnahmen.



Über dem Eingang zeigt ein Kirchenfenster das Bild des Gekreuzigten, gestaltet von Hans Stocker (Basel). Die Glasereiarbeiten wurden von der Firma Karl Isele, Glaskunst-Werkstätte in Freiburg-St. Georgen (D) ausgeführt (siehe "Informationen zur Kirche von Ramlinsburg" weiter unten).



Die Einrichtung der Kirche ist schlicht und harmonisch. Sie strahlt Ruhe aus und lädt zum Meditieren ein. Das trifft auch auf den Kirchhof zu. Er ist weder üppig noch aufdringlich, kein trauriger aber ein friedlicher Anblick. An einigen Stellen gibt es Sitzgelegenheiten, im Schatten, wie auch an der Sonne.




Am Übergang zum Gräberareal steht ein grosses, mehrere Meter hohes Kreuz. Trotz der Grösse wirkt es nicht wuchtig. Im Gegenteil. Die unregelmässige, zu den Enden hin verjüngte Form und der beidseits nach oben gekrümmte Quebalken lassen es leicht erscheinen. Und wieder assoziiere ich mit einem Schiff und sehe in dem Kreuz den Segelmast der zum Himmel ragt.


Nun war es für mich Zeit, die Tour fortzusetzen. Nicht aber ohne mich zu verabschieden. "Ade du schöne Insel der Ruhe! Du bist gewiss auch eine schöne Insel für die letzte Ruhe. Ade du Arche! Ich werde dich weiterempfehlen."





Informationen zur Kirche von Ramlinsburg:

(Quelle: Gemeinde Ramlinsburg, Gemeindeverwaltung. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!)


Das Gebäude gehört der Stiftung Gotteshaus Ramlinsburg. Es wurde am 8. November 1987 eingeweiht. Die architektonische Gestaltung stammt vom inzwischen verstorbenen Stifter und Architekten Ernst August Künzel. Das Fenster über dem Eingang (Glasmalerei) wurde von Hans Stocker (Basel) gestaltet, die Glasereiarbeiten von derFirma Karl Isele, Glaskunst-Werkstätte in Freiburg-St. Georgen (D) ausgeführt.


Das Kreuz auf dem Friedhof stammt von einem unbekannten Künstler und bestand schon vor dem Neubau der Kirche. Das Holzkreuz vor dem Fenster der Kirche wurde durch den damaligen Förster, Herr Theodor Heinimann erstellt.

Donnerstag, 3. September 2009

Dielenbergflue: Unspektakulär, aber schön.

Der westliche Teil des Dielenbergs bildet die östliche Flanke des Waldenburgertal zwichen Oberdorf und Niederdorf. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt das schmucke Dorf Bennwil. Der Gipfel des Dielenbergs (ca. 795 m) bildet die höchste Erhebung der Gemeinde Niederdorf. Sie hat auf der Dielenbergflue 1983 einen geschützten Aussichtspunkt eingerichtet. Der Ausblick zeigt das Dorf aus der Vogelperspektive und reicht weit über das Waldenburgertal hinaus auf die Jurabergketten.

Ich habe den Berg mit dem Mountainbike von Bennwil aus in Angriff genommen. Dabei lohnt es sich, dem Dorf ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Wer vom Gürblental auf der Hauptstrasse einfährt, sieht rechts und links schmucke alte Häuser im typischen Stil der Region und mit reichlich Blumen verziert. Bennwil ist mit der Buslinie 92 der BLT über Hölstein erreichbar. Nach Hölstein gelangt man mit der Waldenburgerbahn.

Von Biketouren

Von der Haltestelle im Dorfzentrum folgst du der Dorfstrasse in Richtung Süden. Sie geht ausserhalb des Dorfes in den sogenannten Waldweg über. Dieser asphaltierte Weg führt durch ein schmales Tal. Nach etwa einem Kilometer taucht rechts das Schützenhaus der Feldschützen Bennwil und links eine Abzweigung auf (siehe Karte). Die Route zur Dielenbergflue führt hier geradeaus weiter.

Nach ca. 350m fährst du an einem Bauernhof vorbei, der rechts des Weges steht. Der Weg führt danach entlang dem Waldrand, bis er in den Wald eintaucht. Dort zweigt rechts der Schotterweg ab, hoch zum Dielenberg (siehe Karte). Diesem Weg kann man bis zum Gipfel folgen. An den Abzweigungen stehen Wegweiser.

An heissen Sommertagen ist die Route angenehm zu fahren, da sie grösstenteils durch den Wald führt. Von Bennwil bis zum Gipfel überwindet man ca. 300 Höhenmeter mit z. T. steilen Passagen. Die letzten Meter zum Gipfel (ca. 30m) muss man zu Fuss zurücklegen und wird dafür mit einer schönen Aussicht belohnt. Am Aussichtspunkt ist eine Sitzbank vorhanden.

Die Dielenbergflue kann auch von Niederdorf her erreicht werden. Somit kann man diese Variante auch als Abfahrt wählen, wenn Abwechslung gewünscht ist. Wer noch mehr Höhenmeter zurücklegen möchte, fährt den Weg zurück bis zur Abzweigung unten im Tal und von dort z. B. auf den Hornenberg (siehe Karte) und weiter zum beliebten Ausflugsziel Belchenflue. Das Foto unten zeigt die Aussicht von oberhalb des Bauernhofes Oberer Dielenberg.

Von Biketouren

Freitag, 5. Juni 2009

Auf verborgenen Pfaden

Mai 2009. Ein langer Winter liegt hinter uns und nun drückt die Natur das Quecksilber bereits wieder gegen die 30-Grad-Marke. Zuvor hat es ausgiebig geregnet und nun treiben die Pflanzen in die Höhe, als gelte es einen Rekord zu brechen. In den Wäldern führt das dazu, dass manche Pfade verschwinden oder gar unpassierbar werden. Doch meine Neugierde ist stärker und treibt mich genau in diese Wildnis.

Trotz sommerlicher Temperaturen ziehe ich diesmal lange Ärmel und Hosen vor, denn im satten Grün lauern nun die kleinen Tierchen mit der grossen Wirkung: die Zecken. Meningitis und Borreliose sind zwei gefährliche Krankheiten, deren Erreger durch die Zecken übertragen werden können. Gegen die Meningitiserreger kann man sich impfen lassen, nicht aber gegen Borreliose. Mountainbikerinnen und -biker sollten daher die möglichen Vorsichtsmassnahmen immer anwenden.

Zecken finden sich im am Boden im Gras und im Gebüsch bis zu einer Höhe von etwa 1.5 m. Aber sie fallen nicht von den Bäumen, wie früher vermutet wurde. Um Zecken einzufangen muss man nicht zwingend mit den Pflanzen in Berührung kommen. Zecken riechen den Menschen und springen über kurze Distanzen auf ihn über. Doch nun genug zu diesem unangenehmen Thema. Schliesslich möchte ich niemandem das Biken oder Wandern im Wald vermiesen.

Mein Weg führt mich heute über den Kamm des Dottenberges zum Schloss Wartenfels und auf dem Waldweg in die umgekehrte Richtung hinauf zur Ruine Frohburg. Ich starte in Buckten (480 m ü. M.), fahre auf dem Fahrradweg durch Buckten hinauf nach Läufelfingen und von dort auf der Hauptstrasse nach Wisen (SO), vorbei an der Wisner Flue (siehe Bild) hinauf zum Restaurant Frohburg und schliesslich zum Dottenberg. Sein höchster Punkt liegt auf ca. 940 m, doch den muss ich erst einmal finden.

Von Biketouren
Die im nächsten Bild aufgezeigte Route zeit den Weg in Richtung Birrmatt, bis zum Pfeil mit dem Endpunkt, wo rechts die Abzweigung zum Dottenbergkamm liegt (siehe Kartenvergrösserung). An der Verzweigung steht ein Wegweiser. Der etwa zwei Meter breite Weg führt über eine kurze Strecke steil nach oben. Er ist mit groben Steinbrocken belegt. Am Ende dieses Weges liegt rechts der Hang der Sunneweid mit den Grillplätzen. Drei verschiedene Pfade führen von dort weiter, wobei der mittlere nach wenigen Metern im Dickicht endet. Der rechte führt entlang dem Waldrand zur Sunneweid nach unten zu den beiden Waldwegen, die auf der Südflanke des Dottenberg zum Schloss Wartenfels führen.

Von Biketouren
Ich wähle den linken Pfad, der zur Bergkante hinaufführt. Schon bald merke ich, dass mir das Mountainbike mehr zum Ballast als zum Fortbewegungsmittel wird. Dennoch schleppe ich es mit, weil ich einen anderen Rückweg ausgesucht habe und von dem ich weiss, dass er befahrbar ist. Nach wenigen Minuten erreiche ich den höchsten Punkt mit knapp 940 m. Hier scheint der Pfad im Dickicht zu enden.

Wie bereits erwähnt, hat das gute Wetter dazu geführt, dass die Pflanzen rasch wachsen. Sie verdecken hier die Sicht auf den Pfad. Das Navigationssystem zeigt mir immerhin in welche Richtung es weitergehen muss und so finde ich den Weg durch die Zweige und das Laub und schliesslich ist der Pfad wieder sichtbar und frei von Überwachsungen.

Von Biketouren
Irgendwo finde ich eine Lücke im Wald, die mir den Blick in die Umgebung ermöglicht (Bild oben). Es ist still hier oben und ausser mir wohl keine Menschenseele auf diesem Pfad unterwegs. Nur der Wind erzeugt Geräusche. Bei stürmischem Wetter entwickelt er auf der Bergkante enorme Kräfte. Manchen Bäumen sieht man den Kampf gegen Wind und Wetter förmlich an. Knorrig und gewunden recken sie sich dem Sonnenlicht entgegen.

Von Biketouren
Dazwischen trifft der Blick an lichten Stellen auf einzelne farbige Blümchen. Die Südflanke des Berges fällt steil ab und ist fast lückenlos mit Laubwald bedeckt. Der nördliche Teil bildet eine meist senkrecht abfallende schroffe Felswand. Der Pfad verläuft an manchen Stellen nur wenige Zentimeter neben diesem Abgrund, unter welchem in der Talsohle der Hutzenweg von der Burgweid zum Ziegelacker verläuft. Das Tal endet in Bad Lostorf. Auf einem Felsvorsprung kann ich das Tal überblicken.

Von Biketouren
Nur wenige Meter kann ich auf dem Mountainbike fahrend hinter mich bringen. Meist schiebe ich es neben mir her oder muss es gar tragen. An einer flachen Stelle hat der Wind eine Schneisse in den Wald geschlagen. Mit grosser Wucht wurden Bäume samt riesigen Wurzelballen ausgerissen und auf den Boden geschmettert. Unweit davon liegt ein umgegnickter, abgestorbener und ausgehöhlter Baum wie ein Skelett. Eine wilde Gegend, aber Natur pur.

Von Biketouren
Nun habe ich eine Verzweigung erreicht. Nach unten führt der Pfad weiter zur Schlossstrasse, nach oben zu einem Betonklotz, aufgesetzt auf den Fels der Bergkante und vermutlich ein kleiner Militärbunker. Auf schmalem Pfad geht es nun im Zickzack steil nach unten. Der letzte Teil, wo der Pfad in die Schlossstrasse mündet, ist unbefestigt und ich rutsche auf erdigem Untergrund Meter für Meter zur Strasse.

Ich habe den Pfad nun hinter mir und finde, er ist einen Ausflug wert, aber besser zu Fuss, ohne Mountainbike. Es wäre sehr schade würde er zuwachsen und unbegehbar. Ich zeichne den Pfad jedenfalls in der OpenStreetMap (OSM) ein, so dass ich ihn jederzeit wieder finde.

Die Beschreibung und Bilder zum Schloss Wartenfels stelle ich demnächst hier ein.

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Sonntag, 17. Mai 2009

Beispieltour mit Open Street Map OSM

In den letzten zwei Jahren habe ich mein Mountainbike rege benutzt und bin Tausende Kilometer gefahren. Fast immer führe ich dabei das GPS-Navigationsgerät (Garmin GPSMAP 60CSx) mit und nehme die Tracks (die gefahrenen Spuren) auf. Zu Haus angekommen, übertrage ich die Tracks in die Open Street Map (OSM), zeichne die Strassen, Wege und Pfade ein und versehe sie mit den mir bekannten Zusatzinformationen.

Ähnlich der Wikipedia ist OSM ein Projekt, welches hauptsächlist durch die Mitarbeit von Freiwilligen lebt. Jede und jeder kann mitmachen, sofern sie/er sich anmeldet. Ziel des Projekts ist eine weltumspannende Karte, die ohne die üblichen Restriktionen (Lizenzen) verwendet werden darf. Du kannst mehr darüber erfahren, wenn du die Links am Ende des Berichts benützt.

Solche Projekte überzeugen mich und ich bin gerne bereit Zeit dafür zu investieren. Es macht auch Spass, zuzusehen, wie allmählich nützliche Anwendungen entstehen und man kann dabei viel lernen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen. Tracks aufzeichnen kann man als Fussgänger, Wanderer, Radfahrer oder Autofahrer, sofern man ein entsprechendes GPS-Gerät besitzt. Wer keines besitzt, kann sich dieses eventuell ausleihen. Aber auch ohne ein solches kann man im Projekt mitarbeiten.

An einem einfachen Beispiel möchte ich aufzeigen, wie weit das Projekt fortgeschritten ist und welche nützlichen Möglichkeiten bereits geboten werden. Im einem viele Kilometer zählenden Umkreis von meinem Wohnort habe ich bereits ein riesiges Netz an Strassen, Wegen und Pfaden aufgearbeitet (siehe Ausschnitt in der OSM). Das Bild unten (Screenshot) zeigt einen kleinen Ausschnitt aus diesem Gebiet. Darin eingezeichnet ist in blauer Farbe eine Route, die vom Bahnhof des Dorfes Läufelfingen (ca. 550m) auf den Wisenberg (1000m) führt. Startpunkt und Ziel sind mit Pfeilen gekennzeichnet.

Von Biketouren
Die Route habe ich mit dem Open Route Service der Universität Bonn (Cartography Research Group) erstellt. Nachdem ich den Startpunkt und das Ziel markiert und die Form der gewünschten Fortbewegung (zu Fuss, Fahrrad, Auto) gewählt habe, berechnete der Service die Route und zeichnete sie in die Karte ein. Dabei kann man beliebig Via-Punkte (bestimmte Lokalisationen, über welche die Tour führen soll) einfügen und viele andere Einstellungen vornehmen (siehe Bild unten).

Von Biketouren
Aber das ist noch längst nicht alles. Nach der Berechnung der Route erhält man einen Routenplan mit der Detailbeschreibung (Bild unten). Ganz oben wird die benötigte Zeit - im Beispiel Fussgänger - angezeigt und die Distanz in Kilometern. Klickt man auf die Nummerierung der Listeneinträge, wird ein Pfeil zur Position auf der Karte angezeigt.

Rechts oben werden zwei Knöpfe angezeigt, mit welchen man die Route als GPS-Track downloaden kann, im GPX- oder XML-Format.

Diese kann man in andere Programme importieren und bearbeiten oder in das GPS-Gerät überspielen, an andere weitergeben oder veröffentlichen.

Für Touren innerhalb Deutschlands kann auch das Tourenprofil abgerufen werden. Mein Beispiel liegt in der Schweiz, weshalb beim Abrufen dieser Funktion ein entsprechender Hinweis erschein. Ob es einen solchen Service auch in der Schweiz gibt, ist mir derzeit nicht bekannt.

Im nächsten Abschnitt zeige ich das Beispiel für eine eingebettete Karte, wie man sie gerne in Web-Seiten verwendet. Gezeigt wird ein Abschnitt aus der Open Street Map, in den man hinein- oder herauszoomen kann, wie man es von Google Maps oder Routenplanern kennt. Das Beispiel zeigt die Stadt Basel (Kanton Basel-Stadt, Schweiz).


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Dazu wähltst du zuerst in der OpenStreetMap den gewüschten Kartenausschnitt (z. B. den Schlossplatz in Karlsruhe) . Dann klickst du auf den Register 'Export' und wählst mit dort die Option 'Embeddable HTML '. Daraufhin wird ein Feld angezeigt, in welchem der Inhalt bereits blau markiert ist und per Copy and Paste in eine HTML-Seite eingefügt werden kann.

Wenn du lediglich den Link zu einem Kartenausschnitt irgendwo einfügen möchtest, dann wählst du zuerst wieder den Kartenausschnitt in OSM, klickst mit der rechten Maustaste auf den Register 'View' und wählst die Menüoption 'Link-Adresse kopieren.

Die Tourbeschreibung:
Die Tour führt von Läufelfingen (560m) auf den Wisenberg (1001m). Wer mehr als die 440 Höhenmeter absolvieren möchte, kann in Buckten starten (480m). Von dort führt ein asphaltierter Fahrradweg nach Läufelfingen. Die Distanz Start / Ziel beträgt 5km, die gesamte Tourlänge daher nur 10km.

Der erste Teil führt von der Hauptstrasse über eine breite asphaltierte Strasse steil nach oben, vorbei an der Schule (siehe grüne Fläche = Sportplatz) und der Kirche mit dem Friedhof, hinauf zum Waldrand (siehe Bild unten).

Danach folgt die Schotterstrasse, die fast ausschliesslich im Wald verläuft und bis zur Wisenbergmatte (945m).

Direkt neben dem Wegweiser 'Wisenmatte' überquert ein Pfad die Wiese hin zum Wald. Im Wald führt der steinige und sehr steile Pfad direkt hoch zum Aussichtsturm auf 1001m Höhe.

Wer die prächtige Aussicht auf dem Turm geniessen möchte (Es lohnt sich!), muss die Wadenmuskulatur noch einmal beanspruchen und die vielen Stufen der Wendeltreppe zur Aussichtsplattform hochsteigen.

Für die Abfahrt kann man die andere Bergseite benützen. Ein ebenfalls steiniger, schmaler und steiler Pfad führt dort nach unten auf den Schotterweg der wieder zurück an den Ausgangspunkt führt. Wer möchte, kann einen Abstecher nach Bad Ramsach machen. Das schön gelegene Bade-, Wellness- und Kurhotel liegt an der Nordflanke des Wisenbergs und bietet eine Gartenwirtschaft. In Läufelfingen bieten sich für eine Einkehr die fogenden Restaurants an (die ersten drei direkt an der Hauptstrasse): Landgasthof Rosengarten, Gasthof Sonne, Restaurant Wartek, Restaurant Bahnhof. In Buckten bietet sich das Restaurant Mond (Pizzeria Luna) an.

Attraktionen in der Nähe: Ruine Homburg, Wasserfall Giessen im Chrindel, Viadukt Rümlingen, Naturschutzgebiet Chilpen in Diegten

Übersicht Biketouren CH

Links:
OpenStreetMap.org
Open Street Map in der Wikipedia

Projekt-Wiki für die Schweiz (deutsch)
The Information Freeway Organisation
The OpenCycleMap.org (Fahrradwege)
JOSM (Java OpenStreetMap Editor)

OpenRouteService der Uni Bonn
Meine Aufzeichnungen in der Open Street Map

Samstag, 7. Februar 2009

Naturskulpturen im Winter

Der Winter 2008/2009 hatte es in sich. Nachdem in den Jahren zuvor eher milde Temperaturen herrschten, kam es diesmal anders. Wochen und Monate mit Temperaturen weit im Minusbereich folgten auf den Herbst 2008.

Für viele Menschen im Osten Europas entstand eine äusserst unangenehme Situation, weil gleichzeitig der Streit um die Preisgestaltung für die Gaslieferungen und die Durchleitungsgebühren zwischen Russland und der Ukraine entbrannte und in der Folge der Hahn zugedreht wurde. Die Brennstoffe gingen aus und manche Familien mussten Holzteile ihrer Häuser verheizen um die nötige Wärme zu erzeugen. Im Westen wurde der Verkehr unter dem kalten Winter an manchen Tagen stark beeinträchtigt. Eisglatte Fahrbahnen und ungewöhnliche Schneemassen sorgten für Chaos.

Doch die anhaltende Kälte hatte auch ihre schönen Seiten. Seen und Flüsse froren zu und boten riesige Eisflächen für das Schlittschuhlaufen und andere Freizeitvergnügen. Ich musste zu dieser Zeit das Mountainbike für knapp drei Wochen stehen lassen. Die Wetterverhältnisse waren zu gefährlich: eisige Strassen und tiefverschneite Wege, Sturmböen und umgeknickte Bäume.

An einem etwas milderen Wochenende wagte ich es dann doch und fuhr entlang einem kleinen Bach in eine Schlucht, die ich zuvor schon einmal besichtigen wollte. Damals musste ich wegen der Schneeverwehungen umkehren. Auch diesmal sah es nicht viel besser aus. Umgeknickte Bäume versperrten den Weg und ich musste das Moutainbike stehen lassen.

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Über und unter den Baumstämmen durchkletternd kam ich langsam voran. Glücklicherweise war der Boden gefroren und hielt meinen Tritten stand. Sonst wäre ich hier wohl das ein oder andere Mal in den sumpfigen Untergrund eingesunken. Am Ende des mühsamen Aufstiegs belohnte mich die Natur mit einem schönen Anblick. Ein Vorhang aus viele Meter hohen Eiszapfen hing tonnenschwer über dem Wasserfall am Ende der Schlucht.

Von Biketouren
In der Mitte plätscherte das Wasser hinter dem Eis durch und bildete in seinem Lauf zum Teil bizarre, zum Teil runde und spiegelglatte Formen. Ich wagte mich näher heran und schoss ein paar Fotos. "Ein einziger herabbrechender Eiszapfen könnte mich erschlagen.", dachte ich mir, bekam Respekt und ging auf Distanz.

Von Biketouren
Nur wenige Kilometer weiter weg, gibt es eine andere, bekanntere Schlucht, die mit einem riesigen Felskessel beginnt. Dort stürzt das Wasser von einem überhängenden Felsen viele Meter tief in die Schlucht. Unter dem Wasserfall hat sich in ein See in der Felswanne gebildet, aus dem ein grosser Stein ragt. Genau dort prallt das herabstürzende Wasser auf.

Ich wollte die Gunst der anhaltenden Kälte nutzen und mir ansehen, welche Attraktionen dort die Natur zu bieten hat. Die Schlucht heist Chrindel und der Wasserfall Giessen (Giessen im Chrindel). Sie liegt unterhalb des Dorfes Rünenberg im Oberbaselbiet (Kanton Basel-Landschaft, Schweiz).

Von Biketouren
Auch in dieser Schlucht lagen mächtige Baumstämme ungeknickt auf dem Weg und demonstrierten die Wucht der vorangegangenen Stürme. Wer das Bild genau betrachtet erkennt zwischen den liegenden Bäumen eine Menschengruppe. Sie zeigt die Grössenverhältnisse auf.

Von Biketouren
Von der Kante des Wasserfalls hingen auch hier mehrere Meter lange, spitze Eiszapfen in die Tiefe, riesige Gebilde aus Eiskristallen, umspült vom Wasser. Dort wo das Wasser auf den Stein aufprallte, hatte sich eine Eisskulptur gebildet, von der man glauben könnte, dahinter verbirg sich der Heilige Gral.

Von Biketouren
Bis die Natur so schöne Gebilde zustande bringt, sind lange Kälteperioden nötig. Eigentlich sitzt man dann lieber in der warmen Stube. Doch einmal mehr zeigt es sich, dass der Winter viele schöne Seiten hat. Die zeigt er aber nur, wenn man rausgeht und statt mit dem Auto, zu Fuss - oder eben wie ich mit dem Mountainbike, abseits der Hauptverkehrsachsen in die Landschaft eintaucht. Das sind für mich Seitenblicke.

Von Biketouren
An dieser Stelle kann ich mit der OpenStreetMap zeigen, wo sich dieser Wasserfall befindet (siehe Giessen im Chrindel auf der Karte unten). Wer die Karte verkleinert (rauszoomt) und ein wenig nacht rechts zieht, so dass der linke Teil sichtbar wird, entdeckt ein grosses Gebiet, durchzogen mit Pfaden, Wegen und Strassen. Das meiste davon habe ich aus den GPS-Tracks von meinen Moutainbike-Touren in die Karte eingezeichnet.


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Wer bei OpenStreetMap mitmachen möchte, findet hier die wichtigsten Informationen. Es gibt inzwischen auch eine eigenen Karte für Biker und Mountainbiker: die OpenCycleMap. Ein Ausschnitt aus dem Gebiet, welches ich mit dem Mountainbike befahre, sieht in der OpenCycleMapt so aus.

Links: Giessen im Chrindel auf der OpenStreetMap.
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Samstag, 24. Januar 2009

Bei Minus 6 Grad auf dem MTB in eine atemberaubende Winterlandschaft

Sonntag, 11. Januar 2009: Minus 6 Grad Celsius, klirrende Kälte seit Wochen, die meiste Zeit Schneefall und Nebel. Doch heute ist es schön. Über unserer Region hat sich der Nebel gelichtet. Die Sonne scheint und bis zur nächsten Bergkette im Osten herrscht glasklare Sicht. Auf den Feld- und Waldwegen liegt Eis und Schnee. Trotz Sonnenschein ist es eiskalt aber schön, einfach nur schön.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Keine 10 Pferde können micht halten. Ich sattle mein Mountainbike, packe die Flasche mit dem heissen Tee in den Rucksack und den Fotoapparat. Auf den will ich heute nicht verzichten, denn heute gibt es etwas einzufangen. Vom Scheitel bis zur Sohle hülle ich mich in Windstopper Bike-Klamotten. Das LCD-Display des Sigma Bike Computers streikt bei dieser Kälte. Die Anzeige ist so langsam, dass ich darauf verzichte.

Aber ich verzichte nicht auf mein Garmin GPS. Selbiges funktioniert auch bei Eiseskälte tadellos und ich zeichne alle meine Touren auf und übertrage sie in die Open Street Map. Ich hoffe du machst das auch, denn es ist eine gute Sache. Zum Navigieren brauche ich es selten. Ich fahre oft ohne Ziel einfach so drauflos. Auch heute. Und die Natur dankt es mir, indem sie mich immer wieder faszinierende Bilder schenkt. Auch heute.

Zuerst geht es auf einer Nebenstrasse steil bergab, heraus aus dem Dorf heraus. Die Augen tränen vom eiskalten Fahrtwind. Dann biege ich ab auf einen Fahrradweg ab. Auf ihm liegt eine festgetretene Schneedecke, manchmal schimmert das Eis durch. Es wird mir ein bisschen mulmig, doch die Stollen greifen. Ein spazierendes Pärchen schaut mir hinterher, als wäre ihnen ein Skifahrer im Sommer begegnet. Dann tauche ich auf meinem Weg in den Wald ein. Jetzt ist es Zeit den Fotoapparat auszupacken.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Der Nebel der letzten Tage ist gefroren und hat die Landschaft in ein gitzerndes Weiss gehüllt. Mit dem Blau des Himmels im Hintergrund ergeben sich so traumhaft schöne Bilder. Ich will höher hinauf, auch wenn es da noch kälter ist und trete wieder in die Pedale. Das Mountainbike sinkt mit den Rädern im Schnee ein und ich benötige alle Kraft um mich Meter für Meter weiterzubewegen. An einer Verzweigung halte ich an.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Links vom Wegweiser führt ein Pfad durch das Dickicht. Den wähle ich für die Weiterfahrt aus oder besser für das Weitergehen, denn Fahren ist nicht mehr möglich: zu tief der Schnee und zu schmal der Pfad. Also schiebe ich das Bike und steuere auf einen Holzsteg zu. Unter dem Holzsteg liegt ein Bach im Winterschlaf, tiefgefroren, dass Wasser in dicken Eisplatten und -zapfen eingelagert.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Nun führt der Pfad steil bergauf. Keuchend und trotz eisiger Kälte schwitzend kämpfe ich mich durch den Schnee. Es ist totenstill, nur mein Atem pfeift und der schnelle Puls trommelt in den Ohren. Nebelschwaden decken für einen Moment den blauen Himmel ab, sorgen für gedämpftes Licht und Schwarzweiss-Stimmung auf meinen Fotos.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Der steile Pfad mündet in einen Waldweg. Ich gönne mir eine Verschnaufpause und schaue zu wie der Nebel verschwindet. Abermals taucht ein strahlend blauer Himmel auf und alles wird noch schöner noch glitzernder und prächtiger. Ich bin beeindruckt, zücke noch einmal die Kamera und fange ein, womit mich die Natur heute wieder einmal überrascht hat.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Diese kleine Auswahl an Bildern soll zeigen, wie schön es sein kann, einfach mal drauflos zu fahren und ohne eigentliches Ziel in die Natur einzutauchen. Die heutige Hightech-Bekleidung lässt dies auch im tiefen Winter zu. Ich habe mich für Hose und Jacke von Aesse entschieden. Es sind dünne, aber hochwirksame Schutzkleider, die den Wind abhalten und trotzdem für genügend Luftaustausch sorgen. Sie sind nicht gerade billig. Wenn ich dafür aber solche Momente geniessen kann, dann lohnt es sich aus meiner Sicht.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Bei Temperaturen unter 5° Celsius und speziell bei solchen unter 0°, darf man auf keinen Fall ohne spezielle Gamaschen fahren. Die Zehen sind sehr empfindlich und es kann rasch zu Erfrierungen kommen, speziell dann, wenn Nässe dazukommt. Das gilt auch für die Finger, Nase und Ohren. Auch für die muss man mit der richtigen Ausrüstung vorsorgen. Dann aber steht solchen Ausflügen nichts im Wege.

Von Auf der Suche nach den Farben im Winter

Mitnehmen sollte man immer eine gehörige Portion Respekt und Vorsicht. Mountainbiken birgt im Winter sehr viel mehr Gefahren als im Sommer. Ich wollte vor der Rückfahrt meine Frau anrufen und musste feststellen, dass der Akku des Handys leer war. Das könnte in dieser prächtigen Einsamkeit bei einem Unfall fatale Folgen haben!

Links:
Eine Auswahl meiner Biketouren >>>
Die Homepage von OpenStreetMap >>>
Windstopper >>>
Erfahrungsbericht zu meiner Kamera Panasonic Lumix >>>
Erfahrungsbericht zu meinem Moutainbike Simplon LexxPro >>>
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Samstag, 19. Juli 2008

Buckten - Ruine Homburg - Homberg Flue

Kurzbeschreibung:
Die Route startet im Dorf Buckten im Homburgtal, Oberbaselbiet, Bezirk Sissach, Basellandschaft, Schweiz. Der erste Teil führt von der Ortsmitte Buckten durch die Eisenbahnunterführung (Tunnel unter demLäufelfingerli) hoch zur Ruine Homburg. Der zweite Abschnitt beginnt bei der Ruine Homburg, führt von dort eine kurze Strecke zurück bis zur Abzweigung und dann hoch zur Langi Weid, einem langezogenem Feld zwischen den Hügeln oberhalb Läufelfingen. Der dritte Teil beginnt bei der Langi Weid und bringt dich zum Ziel, der Homberg Flue.

Die Strecke misst ca. 7km, beginnt auf 480 m ü. M. und endet auf 790 m, das sind 310 Höhenmeter. Ein kurzer Teil führt über Asphalt, danach auf Schotterwege über die Felder und schliesslich in den Wald. Ein Teil der Tour bilden Wege mit groben Steinen (Steinschlag), ein anderer über Wege mit Wurzeln und felsigem Untergrund. Kurz nach dem Start führt die Strecke sehr steil hoch zum Tunnel und zur Abzweigung auf den Feldweg. Danach bleibt es insgesamt steil, mit einzelnen flacheren Teilen und einem sehr steilen Anstieg hoch zum Ziel.

Detaillierte Beschreibung:
Der sehr steile Anstieg zum Tunnel wird mit einem ersten schönen Ausblick belohnt (siehe Abb. 1). Unmittelbar nach dem Tunnel folgst du der linken Abzweigung und bleibst die nächsten 50m auf dieser asphaltierte Strasse. Nun biegst du rechts auf den Feldweg ab. Dieser verläuft etwas weniger steil und lässt genügend Atem um die prächtige Landschaft zu geniessen.


Abb. 1: Eisenbahnunterführung in Buckten

Du bist jetzt in den Teil des Oberbaselbietes eingetaucht, der noch von der Land- und Viehwirtschaft geprägt wird. Hier gibt es viel zu entdecken und es lohnt sich, dem Auge ein wenig Zeit zu lassen und weniger die sportliche Leistung auszureizen. Der steile Anstieg bis zum Feldweg hat ohnehin schon den Kreislauf und die Atmung hochgetrieben.


Abb. 2: Die prächtige Landschaft nach dem Durchqueren der Unterführung.

Der Feldweg führt über einige Kurven den Hügel hoch zu einem Bauernhof. Vergiss an dieser Stelle nicht, dass wir die vielen schönen Wege abseits der Dorfstrassen diesem Berufsstand verdanken. Die Landwirte pflegen diese Wege und halten sie befahrbar. Deshalb sollten wir ihnen mit Respekt begegnen und ein paar Verhaltensregeln berücksichtigen.

  • Bleib auf den markierten Wegen.
  • Halte Abstand zu den Tieren, vor allem wenn sich Jungtiere in der Herde aufhalten (Angriffsgefahr der Elterntiere).
  • Fahr langsam an den Tieren vorbei, so dass sie nicht erschrecken (Panik).
  • Vermeide Lärm in der Nähe von Bauernhöfen oder Weiden mit Tieren. Tiere benötigen auch am Tag Ruhe (z.B. Wiederkäuphasen).
  • Auf vielen Wegen besteht keine Ausweichmöglichkeiten wenn Fuhrwerke unterwegs sind. Vor allem beim bergab fahren musst du deshalb die Geschwindigkeit darauf einstellen.
  • Lass keine Abfälle liegen.

Abb. 3: Inmitten auf dem Feldweg: schöne, wild wachsende Blumen.

Auf der Höhe des Bauernhofs steigt der Weg wieder steil an und führt durch den Wald hoch zu einer Verzweigung. Geradeaus geht es zur Ruine Homburg. Sie taucht als mächtiges Bauwerk wenige Meter nach der Verzweigung auf. Nach der Besichtigung der Ruine kehrst du zu dieser Verzweigung zurück und nimmst den anderen Weg um die Tour fortzusetzen. Von der Ortsmitte Buckten bis zur Ruine Homburg sind es gut 1.5 km und gut 10 Min. Fahrzeit.

Der zweite Teil bildet eine langgezogene Spirale durch den Wald und um den Berg, hinauf zur Langi Weid. Etwa in der Hälfte der Strecke taucht eine kleine Lichtung mit einer Bank auf. Vier Wege münden in diese Lichtung. Falls du das Bedürfnis verspürst kurz eine Rast einzulegen, dann solltest du das nicht auf der Bank tun. Unmittelbar neben der Bank befindet sich ein Waldameisenbau (siehe Abb. 4). Entsprechend wird die Bank von diesen Tieren als ihr Hoheitsgebiet betrachtet und verteidigt.


Abb. 4: Die Bank und links daneben der Ameisenbau.

Blickst du von dem Weg aus, von welchem du gekommen bist, auf die Lichtung, so siehst leicht rechts den Weg für die Fortsetzung der Tour (siehe Abb. 5). Dieser führt bergauf wieder in den Wald hinein.


Abb. 5: Hier führt die Tour weiter auf dem ansteigenden Weg in den Wald.

Nach etwa 30 Min. Gesamtzeit und 3 km erreichst du die Langi Weid (Abb. 6). Für die nicht ambitionierten Fahrer ist es ein guter Moment eine Pause einzulegen, denn danach wird es anspruchsvoll. Wenn du auf die Liechtung Langi Weid hinausfährst und zurückblickst, siehst du neben dem Weg, auf dem du gekommen bist, links einen weiteren, der in den Wald führt und auf den letzten, sehr steilen Teil der Tour.


Abb. 6: Die Langi Weid ist, wie der Name sagt, ein langgezogenes Feld zwischen den Hügeln

Nun geht es zur Sache. Nach der Einfahrt in den Wald gewinnt der Weg rasch an Steigung und fordert einiges ab. Nach etwa 5 Minuten erreichst du den Aussichtspunkt Homberg Flue und darfst die prächtige Aussicht geniessen. Auf der gegenüberliegenden Hügelseite liegt das Dorf Känerkinden, talwärts schliesst das Dorf Buckten an (Abb. 8).


Abb. 7: Wegweiser auf der Homberg Flue auf 790 m. ü. M.

Vorsicht: Auf dem Aussichtspunkt fällt der Felsen senkrecht ab (Kinder im Auge behalten) und ich habe einen Glasscherben einer Flasche gefunden. Das ist an Rastplätzen oft der Fall.


Abb.8: Ausblick auf Buckten, Känerkinden, Diegten (von unten nach oben) und die Jurahügel

Der erste Teil der Rückfahrt führt auf demselben Weg bergab zur Langi Weid. Dann folgt die Abwechslung in Form eines steil abfallendem Wanderweges, der zu einer spritzigen Fahrt mit dem Mountainbike einlädt. Den Pfad findest du, wenn du von der Lichtung Langi Weid in den Wald hineinfährst. Dort steht nach wenigen Metern ein Schild, das auf diesen Wanderweg zeigt (Abb. 9).


Abb.9: Hier führt der Wanderpfad steil bergab für eine spritzige Fahrt mit dem Mountainbike.

Im ersten Teil dieses Wanderweges geht es auf weichem Waldboden steil bergab. Danach folgt ein steiniger Pfad (Vorsicht Steinschlag) und schliesslich ein grasbewachsener Teil. Vorsicht: Die Äste hängen teilweise tief und das Grass steht hoch. Unter hohem Gras können grössere Steine unsichtbar bleiben. Ich bin bisher verschont geblieben, doch hier ist die Gefahr Zecken einzufangen gegeben. Schliesslich mündet der Pfad in einen Schotterweg.

Dieser führt aus dem Wald heraus. Dort folgst du links dem Feldweg entlang dem Waldrand bis zum Grillplatz Wannenegg. Nun führt die schmale Asphaltstrasse (nicht die rechte, sondern die geradeaus führende) zurück zur Ortsmitte Buckten. Fahr auf dieser Strasse nicht zu schnell, denn unversehens mündet von rechts eine andere Strasse unübersichtlich ein. Nur ein kleiner, leicht zu übersehender Spiegel deutet darauf hin!

Wer eine längere Tour daraus machen möchte, fährt von der Langi Weid Richtung Bad Ramsach hoch zum Wiesenberg 1000 m. ü. M.

Hier findest du die Google-Maps-Ansicht der Tour, allerdings stimmt die Linienführung nicht exakt der Tour.


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Sonntag, 4. Mai 2008

Drei Wasserfälle-Tour im Oberbaselbiet

Es gibt beindruckendere Wasserfälle als die drei hier vorgestellten. Es geht auch nicht darum Superlativen zu zeigen, sondern Sport mit dem Besuch von Sehenswürdigkeiten in der Nähe zu verbinden. 'Slow sight seeing' könnte das Schlagwort sein: Ohne die Dreckschleuder anzuwerfen, sportlich, aus eigener Kraft Sehenswürdigkeiten in der Nähe besuchen. Das ist gut für die Gesundheit, den Ökolgischen Fussabdruck und es macht Spass!

Die Tour führt über viele steile und z.T. sehr steile Teilstrecken. Die einzelnen Ziele sind selbstverständlich auch auf unbeschwehrlicherem Weg erreichbar. Hier soll jedoch der Mountainbiker angesprochen werden. Obwohl der grösste Teil der Strecke über Asphalt führt, gibt es Teile, die nur zu Fuss oder mit dem Mountainbike bezwungen werden können.

Der Start erfolgt im Dorfzentrum von Buckten. Von dort geht es schon nach wenigen Metern sehr steil nach oben, durch den Tunnel unter der Bahn der Hauensteinlinie (von den Einheimischen auch Läufelfingerli genannt) durch. Nicht weniger steil geht es weiter, fast bis zum Dorfrand von Häfelfingen. Die Route führt auf der Hauptstrasse durch das Dorf. Bei der Ausfahrt verlasse ich die Hauptstrasse und nehme rechts den Eggweg (siehe Google Maps). Dieser sehr steile Anstieg führt zur Verzweigung Zeglingen / Bad Ramsach. Dort angekommen, habe ich erst einmal ein stark forderndes Teilstück von 2.7km hinter mir und darf die schöne Aussicht geniessen.


Abb. Verzweigung Zeglingen/Bad Ramsach nach der Dorfdurchfahrt Häfelfingen

Nachdem ich etwas Luft geholt habe setze ich die Fahrt nach Zeglingen fort, etwa 2.5km durch eine schöne, hügelige Landschaft, wobei ich viele der hart erarbeiteten Höhenmeter wieder verliere. Macht nichts. Es soll ja nicht nur ein Ausflug sein, sondern auch Konditionstraining. Die Abfahrt in das Dorf Zeglingen verschafft mir kühlen Fahrtwind. Das ist gut, denn von Zeglingen nach Oltingen wartet ein weiterer sehr steiler Anstieg auf mich. Deshalb nehme ich mir kurz Zeit für einen kräftigen Schluck aus der Flasche.

Kräftig ist nur der Schluck, das Getränk besteht lediglich aus Leitungswasser ohne jegliche Zusätze. Ich halte nichts von igendwelchen Pülverchen oder Drinks die vermeintlich die Leistung steigern. Ich sehe für mich schlichtweg keinen Nutzen darin. Mich freut es, dass ich ohne Fremdenergie mit eigener Körperkraft durch schöne Landschaften biken kann. Im Winter stille ich den Durst mit Pfefferminztee, in der übrigen Zeit mit Leitungswasser.


Abb.: Kirche von Oltingen (Zum Vergrössern auf das Bild klicken)

In Oltingen angekommen beschliesse ich die Kirche zu besichtigen. Ich hatte sie von einem früheren Ausflug als interessantes Gebäude in Erinnerung. Da ich damals den Fotoapparat nicht mitführte, möchte ich jetzt ein paar Aufnahmen machen. Es lohnt sich. Ich bin beeindruckt vom Gebäude, der schönen Lage, sowie den Fresken aus dem 15. Jahrhundert im Innern und kann den Besuch nur weiterempfehlen.


Abb.: Der Weg von Oltingen entlang dem Bach in das Naturschutzgebiet Tal

Danach fahre ich auf der Hauptstrasse zur Angergasse, die in nördlicher Richtung aus dem Dorf zum Naturschutzgebiet Tal führt. Eine Naturstrasse entlang dem Bach führt in den Wald des Naturschutzgebietes (siehe Google Maps).


Abb.: Der Wanderweg entlang der Schlucht in das Tal.

Im Wald angelangt mündet die Naturstrasse in einen Wanderweg durch die Schlucht. Der schmale, teilweise steile Pfad, ist eine erste Passage für den Mountainbiker. Aber Vorsicht: Das Naturschutzgebiet ist auch bei Wanderern sehr beliebt. Entsprechende Rücksicht ist angebracht. Ebenso gilt es hier, den Respekt der Natur gegenüber zu wahren (Schutzgebiet). Jetzt bin ich beim ersten Wasserfall angelangt.


Abb. Wasserfall im Naturschutzgebiet Tal

In der Talsohle angelangt kann man auf beiden Seiten um das Naturschutzgebiet herumfahren. Ich geniesse die Natur und besichtige mit dem Bike das gesamte Gebiet. Auf der linken Talseite kann man die Nebenschlucht des Wolfslochbächleins sehen. Das Bächlein ist zu dieser Zeit versiegt.


Abb.: Die Seitenschlucht des Wolfslochbächleins.

Weiter unten wartet der See auf mich. Dort gibt es einen Steg und eine kleine Plattform, mit Ausblick über das Wasser. Nachdem ich ein paar Bilder aufgenommen habe, packe ich alles wieder ein und will weiterfahren. Da meldet sich ein putziger Zeitgenosse, der mich dazu bewegt, die Kamera rasch wieder auszupacken. Ein prächtiger Biber ist aus dem Wasser aufgetaucht.


Abb.: Ein Biber auf dem See des Naturschutzgebietes Tal.

Ich verlasse das Naturschutzgebiet und fahre auf der linken Talseite weiter. Vor mir liegt das Dorf Rothenfluh. Mein Weg führt vor dem Dorf Rothenfluh aus dem Tal heraus, hinauf in den Wald, auf Schotterstrassen mit teilweise sehr steilem Anstieg. Nach etwa vier Kilometer gelange ich zum Dorf Wenslingen (siehe Google Maps). Dort suche ich die Schule mit dem Sportplatz, wo ich links abbiege. Der Weg führt an Feldern vorbei in den Wald, vorbei auch an der Abwasserkläranlage und von dort auf einem Wanderpfad zum nächsten Wasserfall. Ich tauche in eine imposante Felslandschaft ein.


Abb.: Blick von oben auf die Kante des Wasserfalls.

Noch sehe ich den Wasserfall nicht, ich höre ihn aber. Ein Absperrband deutet an, dass hier Gefahr besteht. Dann sehe ich die Felskante, von wo das Wasser in die Tiefe stürzt. Ich versuche von der Seite her einen Blick auf das fallende Wasser zu erhalten. Erst jetzt sehe ich die schwindelerregende Höhe des senkrecht abfallenden Felsens. Auf dem nassen Felsen kann man leicht ausrutschen. Deshalb ist Vorsicht geboten! Kinder sollte man hier unbedingt zurückhalten.

Viel besser sieht man den Wasserfall von unten. Also beginne ich mit dem Abstieg. Abstieg deshalb, weil ich auf dem ersten Teilstück das Bike neben mir herschieben muss. Der Weg ist extrem schmal, steil und mit sehr engen Kurven versehen. Etwas später kann ich das Bike benützen und vorsichtig auf dem Pfad weiterfahren. Links fällt das Gelände steil ab und es ist mir etwas mulmig. Unten angekommen überquere ich den Steg und die Wiese in Richtung Hauptstrasse.

Wer auf der Hauptstrasse in Richtung Zeglingen weiterfährt und einen Blick nach links oben in Wald wirft, sieht in einer Lichtung den Wasserfall. In der gleichen Richtung befindet sich unter dem Wasserfall auf einer Wiese das Zielgelände des Übungsschiessplatzes. Dahinter verläuft der Bach quer über die Wiese in Richtung Hauptstrasse. Parallel dazu führt ein Pfad von Hauptstrasse in den Wald, hinauf zum Wasserfall.


Abb.: Blick von unten auf den Wasserfall.

Nun fahre ich auf der Hauptstrasse weiter in Richtung Zeglingen. Die Strecke bis zum nächsten Wasserfall misst etwa 2km und folgt dem Eibach flussaufwärts durch das gleichnamige Eital. Bei der Eibach-Brücke dehnt sich neben der Strasse eine Feuchtwiese aus, die bis zum Wasserfall reicht (Wasserfall Giessen bei Kilchberg).


Abb.: Wasserfall Giessen im Eital zwischen Tecknau und Kilchberg (Basellandschaft, Schweiz).

Die Wiese und der Wasserfall gehören zum Naturschutzgebiet Eital, Kilchberg. Deshalb gilt es auch hier die Regeln für Naturschutzgebiete einzuhalten (siehe weiter unten). Ich geniesse für einen Moment das Idyll, fotografiere die Landschaft und nehme dann den Heimweg unter die Räder.

Links:
Pro Natura: Naturschutzgebiet Eital
Pro Natura Homepage
Kanton Basellandschaft: Naturschutzgebiet Tal
Naturschutzdienst Baselland: Tal
Kanton Basellandschaft: Kunstführer - Kirche Oltingen
Erlebniswelt Tafeljura

Verhalten in Naturschutzgebieten:
Orientiere dich an der Tafel über die speziellen Schutzregeln des betreffenden Schutzgebietes
In allen Naturschutzgebieten gilt (Quelle Stiftung Naturschutz Hamburg):

  • auf den Wegen zu bleiben,
  • Hunde anzuleinen,
  • nur auf den dafür ausgewiesenen Flächen zu lagern,
  • nicht mit Motorfahrzeugen zu fahren,
  • Abfälle nur in die dafür vorgesehenen Behälter zu werfen,
  • keine Gartenabfälle und Hausmüll einzubringen,
  • Feuer nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen zu machen,
  • nicht ausserhalb der Reitwege zu reiten,
  • keine Pflanzen auszureissen,
  • keine Pilze zu sammeln,
  • keine Tiere zu fangen oder zu töten.
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