Eine lange Periode mit unfreundlichem und für die Jahreszeit ungewöhnlich kaltem Wetter liegt hinter uns. Für das Pfingstwochenende quakten die Wetterfrösche von Sonne, blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen. Die Prognose war diesmal ein Volltreffer. Termingerecht zum ersten arbeitsfreien Tag öffnete sich der Himmel und die Sonne trieb die Quecksilbersäule hoch.


Nachdem ich am Samstag meine Pflichten im Garten erfüllt hatte, plante ich für den Sonntag einen Ausflug mit dem Mountainbike. Meine Tour führte mich von Liestal Altmarkt hoch zum Naturschutzgebiet Huppergruben, über Landschachen nach Ramlinsburg und über die Zunzger Hard und Diegten zurück nach Känerkinden.
Gestein, so rot wie die Erde in Afrika, kann man in den Huppergruben in Lausen sehen. Das Naturschutzgebiet ist nicht nur aus geologischer Sicht sehr interessant, sondern auch aus der ökologischen. Im geschützten Lebensraum kann man viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten finden. 2008 wurde auf dem Waldweg ein Lehrpfad eingerichtet. Ausserdem haben die Huppergruben eine wesentliche Bedeutung in der industriellen Entwicklung der Region.
Was aber ist Hupper? Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich den Begriff schon gehört hatte, ihn aber nicht mehr zuordnen konnte. Er stammt aus der Geologie und bezeichnet eine Gesteinsform aus Quarzsand und Ton. Die rote, oder orange Farbe entsteht durch den Gehalt von Eisenoxyd. In Lausen wurde der Hupper für die Verarbeitung zu feuerfesten Produkten abgebaut. Das Tonwek Lausen beschäftigte zeitweise bis zu 200 Mitarbeiter.
Ich verliess das Naturschutzgebiet in Richtung Ramlinsburg. Dort angekommen fiel mein Blick auf einen Heckenrosenbusch mit prächtigen gelben Blüten (siehe Bild weiter oben). Erst danach erfassten meine Augen hinter dem Rosenbusch dasungewöhnliche Holzgebäude mit den blau schimmernden Fenstern. Es weckte meine Neugierde und ich richtete meinen Fotoapparat auf das Gebäude.
Bei der ersten Aufnahme dachte ich zuerst, dass ich irgendwie meine Kamera nicht in die richtige Position bekomme und sich dadurch Linienverzerrungen ergeben. Doch dem war nicht so. Als ich den Apparat absetzte, sah ich mit freiem Auge, dass hier tatsächlich nicht alles im rechten Winkel zueinander steht. Ich stand vor der Kirche von Ramlinsburg.
Ich ging ein paar Schritte weiter und suchte eine günstige Position für eine weitere Aufnahme mit mehr Überblick. Die Kirche steht wie die Arche Noah mitten in einer grünen Insel. Das Holz der Aussenwände und das Grün der Pflanzen im Kirchhof wirken harmonisch und zeichnen ein Idyll.
Ich suchte den Eingang, fand dort einen Schriftzug der zum Eintreten einlädt und eine Türe, die nicht verriegelt war. Ich fasste den Türgriff - ein in Holz geschnitzter Fisch - drückte ihn vorsichtig nach unten und öffnete die Türe.
Wie vom Ende eines Tunnels kam mir von der anderen Seite helles Licht entgegen. Ein grosses Fenster gibt im vorderen Teil der Kirche den Blick nach aussen frei. Man erhält den Eindruck, dass der Platz mit dem grossen Holzkreuz zum Inneren der Kirche gehört. Für mich war es ein faszinierender Anblick.
Ich ging nach vorne und betrachtete das Kircheninnere von der anderen Seite. Der Lichteinfall durch das blau gefärbte Glas sorgt für eine besondere Atmosphäre. Die gesamte architektonische Gestaltung erinnert mich an ein Schiff oder eben eine Arche.
Die schrägen Wände, das Holz und der nach vorne abgerundete Grundriss, dersich wie bei einem Schiffsbug zusammenzieht, das alles ergibt bei mir die Assoziation mit einem Schiff. Ich bin sehr beeindruckt und kann mich kaum satt sehen an der schlichten Schönheit und suche nach weiteren Details für ein paar Aufnahmen.
Über dem Eingang zeigt ein Kirchenfenster das Bild des Gekreuzigten, gestaltet von Hans Stocker (Basel). Die Glasereiarbeiten wurden von der Firma Karl Isele, Glaskunst-Werkstätte in Freiburg-St. Georgen (D) ausgeführt (siehe "Informationen zur Kirche von Ramlinsburg" weiter unten).
Die Einrichtung der Kirche ist schlicht und harmonisch. Sie strahlt Ruhe aus und lädt zum Meditieren ein. Das trifft auch auf den Kirchhof zu. Er ist weder üppig noch aufdringlich, kein trauriger aber ein friedlicher Anblick. An einigen Stellen gibt es Sitzgelegenheiten, im Schatten, wie auch an der Sonne.
Am Übergang zum Gräberareal steht ein grosses, mehrere Meter hohes Kreuz. Trotz der Grösse wirkt es nicht wuchtig. Im Gegenteil. Die unregelmässige, zu den Enden hin verjüngte Form und der beidseits nach oben gekrümmte Quebalken lassen es leicht erscheinen. Und wieder assoziiere ich mit einem Schiff und sehe in dem Kreuz den Segelmast der zum Himmel ragt.
Nun war es für mich Zeit, die Tour fortzusetzen. Nicht aber ohne mich zu verabschieden. "Ade du schöne Insel der Ruhe! Du bist gewiss auch eine schöne Insel für die letzte Ruhe. Ade du Arche! Ich werde dich weiterempfehlen."
Informationen zur Kirche von Ramlinsburg:
(Quelle: Gemeinde Ramlinsburg, Gemeindeverwaltung. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!)
Das Gebäude gehört der Stiftung Gotteshaus Ramlinsburg. Es wurde am 8. November 1987 eingeweiht. Die architektonische Gestaltung stammt vom inzwischen verstorbenen Stifter und Architekten Ernst August Künzel. Das Fenster über dem Eingang (Glasmalerei) wurde von Hans Stocker (Basel) gestaltet, die Glasereiarbeiten von derFirma Karl Isele, Glaskunst-Werkstätte in Freiburg-St. Georgen (D) ausgeführt.
Das Kreuz auf dem Friedhof stammt von einem unbekannten Künstler und bestand schon vor dem Neubau der Kirche. Das Holzkreuz vor dem Fenster der Kirche wurde durch den damaligen Förster, Herr Theodor Heinimann erstellt.











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